Modeljob am Wörthersee

July 15th 2023 | Shootings

Ich mag es immer so gerne, wenn ich zu Modeljobs mit dem Zug anreise.
Da ich nicht selber fahren und mich konzentrieren muss, kann ich die Zeit genießen und sinnvoll nutzen. 

Generell ist Zugfahren etwas, das mich in Hochstimmung versetzt. Am liebsten ganz in der Früh.
Ich liebe es in den Tag zu starten, wenn alles noch ruhig ist und die Stimmung morgens am Hauptbahnhof.
Sofern es nicht der erste ICE um 04.30 Uhr nach Hamburg oder Berlin ist, hat mein Lieblingsbioladen am Hauptbahnhof, bio kultur, schon offen. Dort zieh ich mir erstmal einen herrlich-frischen Kaffee mit einem gesunden Snack, um dann die Zugfahrt so richtig genießen zu können. Natürlich hab ich genug leckeres Essen & Snacks sowieso vorgekocht & vorbereitet dabei und sollte es doch früher sein, auch den Kaffee.

Und dann kommt mein Lieblingsmoment:
Ich suche mir einen schönen Fensterplatz in Fahrtrichtung, lehne mich entspannt zurück und gönne mir den ersten Schluck frischen Kaffee, während ich aus dem Fenster blicke und die Landschaft an mir vorbeiziehen lasse.
Wenn ich Glück habe, blinzelt mir die Morgensonne schon etwas ins Gesicht.
Ich atme, bin dankbar für den neuen Tag und diesen bewussten, schönen Moment.
Einfach sein –  genießen – geschehen lassen.
Manchmal mit guter Musik auf den Ohren und manchmal lausche ich einfach nur der Musik meiner Gedanken.

Pro Tipp: Die Gedanken einfach nur kommen und wieder gehen lassen, ohne zu bewerten. Sie nur wahrnehmen und dann wie Wolken wieder vorbeiziehen lassen.

Nach genügend Zeit für in Gedanken schwelgen und nachsinnen, schließe ich meine Augen und bereite mich innerlich auf den Job sowie den neuen Tag vor. Danach betreibe ich meistens noch ein bisschen Augenpflege, chille einfach, höre mir eine Meditation oder meine Lieblingsmusik an, esse, lese, träume oder ruhe mich einfach aus. In jedem Fall spreche ich innerlich mein Dankesgebet.

Leben aus der Dankbarkeit ist für mich das grundlegenste Gefühl und beginnt für mich bei den ganz einfachen Dingen. Auch beispielsweise in der Begegnung mit meinen Mitmenschen.
Wie wäre es mit einem freundlichen Lächeln für mein Gegenüber im Vorbeilaufen, einfach weil er/sie sich zeigt in seinem Mensch sein? Anstatt auf den Boden oder wegzusehen, wo beide genau wissen, dass man sich wahrgenommen hat?

Neuerdings habe ich mir vorgenommen, auf meinen Reisen öfter meinen Laptop mitzunehmen, um die Zeit zu nutzen und zu schreiben. Ich liebe es unterwegs zu sein, die Menschen zu beobachten, inspiriert zu werden, zu lernen und dann meinen Gedanken freien Lauf zu lassen und sie festzuhalten. Warum ich so gern schreibe und warum ich diesen blog schreibe? Nun, eine der Antworten ist, dass man sagt, „dass man nirgends seiner Seele so nah ist, wie beim schreiben“. Dieses Empfinden habe ich auch.

Wann sitzen wir denn mal wirklich still da, halten inne, connecten uns mit uns selbst und fühlen in uns rein?
Ich jedenfalls muss das tun, bevor ich etwas zu Papier bringe, nur so funktioniert das bei mir.
Ich kann nur aus tiefstem Herzen schreiben.

Viel mehr noch erzähle ich meine Geschichte und drücke meine Gefühle aus, um zu inspirieren, wahrhaftig und authentisch zu sein. Wir sind alle miteinander verbunden und können den nächsten Schritt nur gemeinsam machen, wenn wir uns öffnen und verbinden. Uns zuhören, HINhören. Zuhören nicht um zu antworten, sondern um zu verstehen. Riesen Unterschied. Ich möchte die Welt mit meinem Leben ein kleines Stückchen besser machen. Wie ich unter “about” schreibe:
“I believe, life is limitless. This is how I live.“

Nun sitze ich also auf einem schönen Platz, höre sanfte Klaviermusik, mein frischer Kaffee dampft neben meinem Laptop und der Zug ruckelt los. Meine Vorfreude steigt.
Auf den neuen Tag der vor mir liegt, auf das Shooting, auf die bestimmt traumhafte Location, die ich – versprochen – so sehr genießen werde und, auf die Menschen, denen ich begegnen darf. Und wer weiß, vielleicht entstehen heute neue Freundschaften. Vielleicht treffe ich aber auch nur Menschen, denen ich einmal begegne und nur ein paar wenige Stunden meines Lebens mit Ihnen teilen darf. Who knows. Ich bin mit beidem fein. Eines ist für mich sicher: Heute möchte ich der beste Freund aller Begegnungen sein. Was ich damit meine? Ich möchte meine Fußstapfen hinterlassen, hier auf dieser Erde, in diesem Leben. Und sollte sich jemand, den ich heute treffen werde, je an diesen Tag oder mich zurückerinnern, so möge ihn hoffentlich ein liebevolles, zärtliches Lächeln aufsuchen mit positiven Gedanken an die Begegnung mit mir und an die Erinnerung von Lebensfreude.

Ab nach Salzburg…
Jetzt geht es erstmal mit dem Bummelzug ins wunderschöne Salzburg. Eine Stadt, die ich mir zeitnah etwas mehr genüsslich zu Gemüte führen möchte. Für mich völlig unterschätzt und weit mehr als der Geburstort meines Lieblingskomponisten. Hier ein Buchtipp wer die ‚Antworten auf das Leben‘ in Mozarts grandiosen Musikkompositionen finden möchte. Das hat nämlich der Schriftsteller Eric-Emmanuel Schmit getan in seinem Buch „Mein Leben mit Mozart“.
Seine Antworten findet er beispielsweise in Mozarts Klarinettenkonzert oder auch in der Hochzeit des Figaros. Sehr lesenswert. In der Mozartstadt werde ich dann vom Team eingesammelt und es geht weiter mit dem Auto zum Wörthersee. Ca. 4h Autofahrt wären es direkt aus der schönsten Stadt der Welt – München.

Ich bin jedes Mal überrascht, wie sehr ich mich über den Anblick der Berge erfreue.
Einen kurzen Augenblick erspähte ich die prachtvollen Alpen aus dem Fenster des Zuges. Und dann wieder – ragen sie auf einmal in malerischer Kulisse hinter Wäldern und saftgrünen Wiesen, auf denen die Kühe friedlich an diesem Morgen schon grasen –  empor. Schon jetzt mein erstes, kleines unerwartetes Highlight. 

Als ich die Anfrage von meiner Wiener Agentur erhalten habe, hat mein Herz schon kleine Luftsprünge gemacht. War ich doch noch nie am Wörthersee, wusste aber von Modelfreundinnen die aus Österreich stammen, dass es dort ziemlich schön sein muss. Im shootingbooklet, wo alle Infos stehen wie: location, was genau fotografiert werden soll, welche moods, alleine oder gemeinsam mit einem anderen Model, style, outfit, etc versprach einen Arbeitstag mit traumhafter Kulisse. Als ich mir die Wegstrecke anschaute, wurden mir bei google maps wunderschöne Bilder mit folgender Beschreibung angezeigt: „Großes Erholungsgebiet mit blaugrünem Wasser, Bade- und Bootsplätzen sowie zahlreichen nahen Cafes.“ Na, kann ja nur “gut” werden….
Und ganz im Ernst: Als Shootinglocation ein traumhafter See, Anfang Juli, klingt ziemlich nice oder?
In der stillen Hoffnung nach dem Job oder vielleicht sogar währenddessen, noch einen kleinen Erfrischungsdip im See machen zu können, ehe es dann zum Zug heimwärts geht…
Ich komme also entspannt an, bin voller Energie & Freude. Let´s go!

Rückfahrt, Gedanken nach dem Job, das Erlebte:
Der Tag neigt sich nun langsam dem Ende, es ist kurz vor Mitternacht und ich sitze im Zug nach Hause.
Ich bin irgendwie noch nicht so richtig müde, obwohl den ganzen Tag in der Sonne sein und fotografiert zu werden, inklusive etlicher Locationwechsel, mehrfachen umziehen und wieder neu gestylt werden, eigentlich richtig müde machen.
Ich bin erfüllt und dankbar für den heutigen Tag, höre gerade einen meiner Liebglingssongs und beende den Tag wie ich ihn angefangen habe – mit ein paar Zeilen. 

Der Kunde stammt aus dem Sektor Luxusimmobilien. Es wurde edler lifestyle-content für ein luxuriöses Bauprojekt mit Seezugang zum Wörthersee produziert. Angefangen mit ein paar ersten shots am Golfplatz, der eine traumhafte Aussicht auf den See bot (inklusvie Golfcart cruise und ein paar Bällen putten), ging es weiter auf den Wörthersee mit Aufnahmen auf einem Rivaboot. Hier war das Motiv ein Bootsausflug auf`s Wasser mit meiner Freundinn/Frau für ein paar vergnügliche Stunden“. In der Tat waren sie das und spaßig noch dazu. Und Ja, I GOT MY DIP. Der zweitschönste Moment an diesem Tag, war der erfrischende jump in den herrlich angenehmen ca. 26 Grad warmen See. Perfekt. Ca. 5 mal durfte ich gekonnt zu einem Flachköpper vom Boot aus, ansetzen. Mit so viel Freude bin ich dem Wunsch des Fotografen nachgekommen, das glaubt ihr gar nicht;)))

ori_IMG_3854_I2A3832_I2A3944tempImageiD9kI1Dann folgte das absolute highlight des Tages.
Ich durfte einen alten, roten, restaurierten Porsche Speedster aus den 1960er Jahren fahren. Angeblich 1,4 Mio € wert. Online habe ich welche für ne halbe Mio gefunden – wie auch immer – war es mir eine Ehre und ein unglaubliches Gefühl für tolle Fotoaufnahmen diesen besonderen, alten Sportwagen zu fahren.
I did my best of a modern version of Sean Connerys legendäre ‚Aston Martin-Fahrten` als 007.
Überhaupt mein absoluter hero neben Steve McQueeen. Ich vergöttere beide und versuche eine moderne Version der beiden zu sein und darzustellen. In MEINER Art, in MEINEM Style, inspiriert von ihnen.
Mein geschätzter Lieblingsfotograf, Matthias Pall, nennt mich immer so liebenswert „modern gentleman“. Ich habe noch keine bessere Formulierung gefunden, die das, wonach ich strebe und wie ich sein möchte und bin, treffender beschreibt. Dafür Schauspielunterricht zu nehmen und an meinem Charakter sowie meinen Themen zu arbeiten, taugt mir so dermaßen. Aber dazu an anderer Stelle mehr.

Später hieß es zurück aufs Boot, Leinen los fürs Ablegen zum Abendessen.
Quer über den See geheizt, liefen wir in einem wunderbaren Restaurant ein. Dort hab ich mich wie in St. Tropez gefühlt und die Anlegestege für diese besonders schönen Boote waren direkt an den besten Tischen des Restaurants. Dort lässig auszusteigen, fiel mir jetzt nicht besonders schwer 😉

ori_IMG_3887 _I2A4635ori_IMG_3872Auf der Heimfahrt hatte ich noch ein wunderbares Gespräch mit dem Team über das Leben, das einen schönen Abschluss darstellte und mich auf ein Wiedersehen freuen lässt.

Ich habe mir vorgenommen mehr zu leben, bewusster zu genießen und alles mitzunehmen, ohne zu bereuen.
Heute habe ich gelacht, mein Bestes gegeben, einen unbeschwerten Tag gehabt und neue Dinge erlebt.
Ich werde heute gut schlafen. 

Danke, dass Du da bist und meine Zeilen liest.

In Verbundenheit,
Christian.